Darmflora

Das ist meiner Meinung nach genau der richtige Weg und man kommt mit der Erforschung der Darmbakterien logischerweise automatisch auf die Ernährung zurück. Das ist auch das, was mich seit Jahren am meisten beschäftigt.

Der Zusammenhang mit dem Darm und der MS  wurde auch schon vor einigen Jahren in der Forschungsarbeit der Münchner Klinik in der Xenius-Sendung über Multiple Sklerose  erzählt. Mit meinen ganzen Ernährungsselbstversuchen konnte ich auch immer wieder feststellen, was funktioniert und was nicht. Ein Verzicht auf Gluten und Zucker ist schonmal sehr gut für die Darmflora und zeigt, zumindest bei mir, positive Effekte auf die Symptome der MS. Ich habe allerdings gemerkt,  dass mit einem kompletten Verzicht, das Durchalten und  auch die Lust am Leben abnehmen. Ich habe während des Versuches der linolsäurearmen Ernährung beschlossen, dass ich nicht mehr zu hundert Prozent auf bestimmte Nahrungsmittel komplett verzichten möchte. Bei einer hunderprozentigen Umstellung, das habe ich selbst erfahren, werde ich nach Wochen schwach und gehe der Lust des Essens wieder nach. Dann bin ich manchmal so inkonsequent, dass die Wochen/Monate gefühlt umsonst waren. Das waren sie natürlich nicht, denn ich konnte die positiven Effekte sehen.

Also was ist jetzt mein Plan? Ich weiß, dass Gluten und Zucker negative Auswirkungen haben. Ich weiß, dass Essenspausen gut sind. Ich weiß, dass ein Rohkosttag in der Woche gut ist. Ich weiß, dass Milchprodukte nicht gut sind. Ich weiß, dass mindestens zwei Liter stilles Wasser am Tag gut sind. Damit kann man doch sehr gut arbeiten finde ich.

Die linolsäurearme Ernährungstherapie, das Fasten, die ketogene, die glutenfreie Ernährung oder die vegane Ernährung sind alle für sich gesprochen sehr gewinnbringend und gut. Aber ich gebe ehrlich zu, dass ich zurückblickend auf die letzten Jahre während der ganzen von mir hundertprozentigen Ernährungsumstellungen immer nach Wochen und Monaten schwach geworden bin, obwohl ich gemerkt hatte, wie gut es mir tat. Ich müsste allen Freunden die Freundschaft kündigen, damit ich nicht mehr gemeinsam mit ihnen essen gehe. Ich dürfte keine Geburtstagseinladung annehmen, weil ich ein Stück Kuchen oder einen Keks essen könnte and so on.

Diese Erkenntnis  hatte ich immer mal wieder, ich weiß nicht warum, aber diesmal sehe ich das viel klarer vor mir, dass ich mich bei jedem Ernährungsversuch selbst so gegeiselt habe und diese Ernährungsumstellungsketten am Körper und im Kopf sich selbst nach einer Zeit gesprengt haben und ich wurde dann schwach. Und weil es wohl immer so sein wird und die linolsäurearme Ernährung mir jetzt gezeigt hat, welchen Verzicht man auf sich nehmen muss und das dauerhaft, will ich das so nicht mehr. Also der Plan ist, dass ich mich an das halte was ich weiß, aber trotzdem noch genieße. Klar möchte ich und wünsche mir, dass ich wieder herumspringe wie ein Reh. Aber ich bin mal ehrlich: wie realistisch ist das denn? Ist es nicht viel wichtiger, dass ich meinen aktuellen Körperzustand halten kann?

Das Leben ist so spannend. Nein, das MS Leben ist so spannend und ich lerne jede Woche dazu und ich verstehe meinen Körper und seine Bedürfnisse immer besser vorallem in Bezug auf die Ernährung. Und nach so vielen Jahren mit all den Selbstversuchen beim Essen ist mir jetzt klar geworden, hundertprozent sind manchmal einfach zuviel und werfen mich eher nach Wochen wieder zurück. 80 oder 90 Prozent bringen auch schon was und machen das Leben lebenswerter.

Auf die Menge kommt es an, aber ich muss und sollte dennoch weiter diszipliniert sein und das bin ich. Ich trainiere jetzt  eben nicht mehr, damit ich den Mount Everest hochrrennen kann, ich trainiere jetzt, damit ich irgendwann bald jeden Tag die Treppe freihändig hoch- und runterlaufen kann.

Ich bleibe wie immer neugierig und bin grad sehr glücklich 🙂

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2 Gedanken zu „Darmflora

  1. Karin

    Liebe Daniela, vielen Dank für deinen Blog.
    Ich glaube, du schreibst vielen von uns von der Seele. Irgendwann hat man das mit dem „Verzicht“ einfach satt! Wenn man in einen Laden einkaufen geht und man 80% der vielen Köstlichkeiten widerstehen soll, dann ist das einfach nur brutal. Und wenn man sich dann etwas gönnt, meldet sich sofort das schlechte Gewissen. Es macht manchmal traurig und wütend zugleich. Ich glaube, dass es unser Ziel sein kann, die Krankheit irgendwie in Schach zu halten, wie auch immer. Da spielen sicher viele Faktoren eine Rolle wie Ernährung, Psyche usw. Ich stelle mir immer vor, dass irgendwann die Zahnräder ineinander greifen und die Krankheit zum Stillstand kommt. Das wäre doch schön und das wünsche ich uns allen! Liebe Grüsse und allen eine schöne Pfingsten. Karin

  2. Daniela

    Hallo liebe Karin,

    dankeschön für deine Zeilen 🙂 wie kommst du denn eigentlich mit der linolsäurearmen Ernährung zurecht? Merkst du Veränderungen? Dein Bild mit den Zahnrädern, die irgendwann ineinander greifen, gefällt mir übrigens sehr gut.

    Ich merke auch oft, dass die Psyche eine ganz wichtige Rolle spielt. Privater und beruflicher Stress beeinflussen meinen Bewegungszustand enorm. Und hier die Balance finden ist auch verdammt schwer und man kann sich oft nicht diesem Stress entziehen. Ich kann lernen, damit besser umzugehen.

    Happy weekend
    Liebe Grüße
    Dany

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