Reha adé

So nun bin ich schon wieder fast zwei Wochen zuhause nach sehs Wochen Reha. Ich bin noch ganz leer, um über all meine Eindrücke schreiben zu können, weil ich immer noch dabei bin wieder im „normalen“ Leben anzukommen. Ich glaube das wird noch etwas dauern, das berichten mir auch meine Mitstreiter, die jetzt oder schon länger wieder zuhause sind.

Zuhause erwartet hatte mich täglicher Telefonstress, weil fast drei Monate kein Geld aufs Konto kam. Ich sollte nahtlos mit der Krankengymnastik weitermachen, meine ersten Termine sind Mitte Juni bei meiner bisherigen Praxis, vielleicht finde ich noch eine andere. Aber so langsam wird das wilde Gewässer ruhiger. Das Geld kommt pö a pö, ich kann wieder durchschlafen, ich mache mir Gedanken, was ich alles rückwirkend von meiner allerersten Reha schreiben möchte. Das Duracell-Häschen Dany bekommt langsam wieder Batterie nach all dem Stress der letzten zwei Wochen.

Stress bei MS

Was die MS sehr gern mag, damit sie wie bekloppt nerven kann, das ist Stress. Egal ob der privat, beruflich oder sonstwie ist. Mit dem Stress direkt als ich nach Hause kam waren alle Reha-Erfolge wie weggeblasen und ich hatte zeitweise das Gefühl mir geht es schlechter als vor der Reha. Da es sich langsam beruhigt wird es auch wieder besser. Ich bin heute eine längere Strecke gelaufen, fahre die nächsten Tage mit meinem Motorrad-Gespann und schlaf gleich viel besser.

Meine Reha

Ganz kurz und zusammenfassend kann ich vorab sagen: diese Reha im Quellenhof in Bad Wildbad war genau das Richtige für mich. Ich bin sehr froh, dass ich das gemacht habe und auch soviel Sachen mit nach Hause genommen habe und das hier weiter fortführe (natürlich in geringerem Maße als dort vor Ort). Ich werde demnächst mehr von meiner allerersten Reha (nach mehr als 25 Jahren MS) berichten.

Ich habe viel über mein Leben und mich nachgedacht (ich hatte ja auch sechs Wochen Zeit) und ich weiß ich muss einiges ändern und anders machen. Mehr an mich denken, an mich und meine Gesundheit. Das vergesse ich oft und gehe immer wieder über meine Grenzen. Ein kleines Rädchen anders drehen wird schon vieles bewirken. Und eines weiß ich auch: sechs Wochen musste ich mich nicht um kochen von Essen, Kaffee oder Eiern kümmern. Ich habe es zum Glück auch nicht verlernt: bei mir gibt es immer noch das perfekte Frühstücksei 😉

 

5 Gedanken zu „Reha adé

  1. Corinna

    Auch ich bin sehr froh, dass Du die Reha gemacht hast. Sonst hätte ich Dich nicht kennen gelernt. Unabhängig davon, dass mir dann sehr viel Spaß entgangen wäre, bist Du eine echte Bereicherung in meinem Leben. Vielen Dank dafür!

  2. Kathrin

    Liebe Dany, ich musste schmunzeln, als ich deinen verbalen Rückblick auf deine erste Reha las.

    Ich kann es sowas von nachvollziehen, wie du dich jetzt fühlst!
    Nach meiner ersten Reha war kein Stein meines Lebens mehr an der Stelle, wo er sich vorher befand.
    Ich hatte sehr viel Zeit, mich mit mir zu beschäftigen; mir Gedanken über verschiedene Bereiche meines Lebens zu machen und mich mit meinen Erwartungen an das Leben, an meine Mitmenschen, Anspruchshaltungen und deren Ursprung auseinanderzusetzen.

    Mein eigenes Leben geriet aus den Fugen und baute sich neu auf. Ich begriff, meinen Anteil am Verlauf meines Lebens und vielleicht auch der MS. Es hat sich in meinem Leben vieles verändert und da wir im Zeitalter massiver Veränderung leben (wir sind nicht umsonst in dieser Zeit geboren), Prozesse in Körper, Familie, Gesellschaft, Politik, Weltlage, Weltwirtschaft usw. wahrzunehmen und zu fühlen, hineinzufühlen in diese Situation, in unseren Körper.

    Ich konnte mich mit vielen Ereignissen in meinem Leben aussöhnen, vergeben, meinen bzw. unseren Frieden finden. Ich habe dazugelernt und mich weiterentwickelt! und ich bin froh, dass immer noch und immer wieder neue Themen auf mich warten, von mir entdeckt zu werden.

    Deshalb hatte und habe ich einen Reha-Aufenthalt immer genutzt, mir selbst auf der körperlichen, geistigen und seelischen Ebene zu begegnen und nahe zu kommen ….. und letztendlich bei mir selbst wieder anzukommen.

    Ich durfte dich (für mich viel zu kurz) in der Reha kennenlernen und dies war und ist eine absolute Bereicherung in meinem Leben. Verbal gut aufgestellt, ab und zu Clown im Kaffee oder Tee, intelligent durch verschiedene Interessengebiete, sportlich (trotz MS) ….. und für mich 100% authentisch. DANKE für diese Erfahrung!!!
    Deine Engagement, auch als Online-Aufklärer zum Thema MS, tätig zu sein finde ich sehr mutig, unterhaltsam und kurzweilig. Ich lese jeden Artikel in völliger Präsens und danach habe ich auf meinen Lippen ein erstauntes, zustimmendes, skeptisches, bejahendes Lächeln.

    Ich freu mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit dir, ob der ausstehende Besuch bei mir oder das Reha-Nachtreffen an welchem Ort auch immer.

    Liebe Grüße

  3. zeitgedanke Beitragsautor

    Liebe Corinna, vielen Dank für deinen wundervollen Kommentar. Es war mir eine Ehre 🙂 und bald können wir über die Reha bei Tee und Kaffee philosophieren und unser Projekt weiter vorantreiben. Aber vorher heißt es: Schmetterlinge gucken!

  4. zeitgedanke Beitragsautor

    Hallo liebe Kathrin, ich hätte wirklich gern noch mehr Zeit mit dir, mit ganz vielen Gesprächen im Quellenhof, verbracht. Ich glaube wir sollten uns bald mal auf ein zwei drei Käffchen treffen! Ich möchte doch auch ganz persönlich von dir wissen wie es dir geht, du bist wie ich schon ein alter Hase mit dieser Zicke MS. Lass uns eine Lösung finden und das erzählen wir dann Allen, damit keiner mehr Chemie schlucken muss 😉

    Lieben Dank für deinen Kommentar und deine immer tollen Gedanken! Ich sage bis bald und vielen Dank, dass du meinen Blog liest.
    🙂

  5. Manu

    Hallo liebe Dany,

    ja, wie du schon geschrieben hast, ist es nicht von jetzt auf gleich passiert – im „normalen“ Leben anzukommen, auch bei mir nach über drei Wochen… zu Hause.

    Wenn das Leben und die Gesundheit so Kopf steht und alles bisherige was geht und was geht nicht – auf dem Prüfstand ist und kein Stein mehr auf dem anderen ist, ist es nicht einfach im „normal“ anzukommen.

    Bei dir ungleich schwieriger in deiner jetzigen Neufindung.
    Kathrin beschreibt es super und trifft – auch meinen Nagel – auf den Kopf. Du schreibst – wie immer – authentisch – da kann ich Kathrin nur recht geben und so wie Corinna schreibt, bist du eine Bereicherung – auch für mein Leben – und auch ich kann mich nur bedanken – bei wem auch immer, dass ich dich nach mehr als 25 Jahren mit MS bei deiner ersten Reha und bei mir nach 17 Jahren MS bei meiner zweiten Reha – kennen gelernt habe.

    Auch für alle anderen Mitstreiter die ich in der Reha kennen lernen durfte, bin ich so sehr dankbar – schön, dass es euch alle gibt und ich freue mich, wenn wir uns – wo auch immer – bald wieder sehen. Wie wertvoll dieses Kennenlernen für mich war und ist und dieses gegenseitige Verständnis, merke ich so richtig erst in meinem „normalen“ Leben.

    Bei dir liebe Dany weiß ich ja wo wir uns wieder sehen und freue mich drauf.
    Ich wünsche dir sehr, dass das wilde Gewässer wirklich bald ruhiger ist und der Stress erträglicher wird, so dass nicht alle Erfolge der Reha ganz weg sind sondern sie nur schlummern und du dann wieder, so wie gestern, eine weitere Strecke laufen kannst.
    Leider ist es so – zumindest war es bei mir so – dass die ersten zwei/drei Wochen nach der Reha Stress waren, bis alles was zu regeln ist, in einigermaßen geordneten Bahnen verläuft.
    Ich wünsche dir alles Liebe
    deine Manu

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